
Am 19. März 2026 fanden am Adolf-Reichwein-Gymnasium gleich zwei Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „ARG im Diskurs“ statt, die sich unterschiedlichen, aber gleichermaßen hochaktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen widmeten. Sowohl am Vormittag als auch am Abend erhielten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich intensiv mit zentralen Themen politischer und gesellschaftlicher Bildung auseinanderzusetzen.
Am Vormittag richtete sich die Veranstaltung an die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 und stand im Kontext des Internationalen Tages gegen Rassismus, der jährlich am 21. März begangen wird. Als Referent konnte mit Khalid Asalati ein Medienpädagoge und Bildungsreferent für Digitales und Kultur gewonnen werden. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Auseinandersetzung mit Fake News, insbesondere im digitalen Raum.
Ein besonderes Merkmal der Veranstaltung war der dialogische Ansatz des Referenten. Khalid Asalati suchte gezielt das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern und knüpfte seine inhaltlichen Impulse immer wieder an deren eigene Erfahrungen im digitalen Alltag an. So fragte er unter anderem nach den individuellen Mediennutzungsgewohnheiten, nach persönlichen Begegnungen mit Falschinformationen sowie nach Strategien, mit denen die Schülerinnen und Schüler versuchen, die Qualität von Informationen zu beurteilen.
Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf der Aufklärung über die Gefahren von Fake News sowie auf den Mechanismen und Ursachen ihrer Verbreitung. Dabei wurde deutlich, wie schnell sich Falschinformationen insbesondere über soziale Netzwerke verbreiten können und welche Auswirkungen dies auf gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse hat. Die Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur wichtige Einblicke, sondern förderte auch die kritische Reflexion des eigenen Medienverhaltens.
Am Abend fand im C-Bau eine weitere Veranstaltung für den Jahrgang Q2 statt. Unter dem Titel „Braucht Deutschland wieder die Wehrpflicht? Sicherheitsinteressen und Gerechtigkeitsvorstellungen im Widerstreit“ setzte sich der Politikwissenschaftler Dr. Niklas Schörnig vom Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung mit einer aktuell intensiv geführten sicherheitspolitischen Debatte auseinander.
Eröffnet wurde die Veranstaltung vom ARG-Lehrer Herrn Sander, der die Reihe „ARG im Diskurs“ maßgeblich organisiert. In seiner Begrüßung schlug er eine persönliche Brücke zum Thema, indem er von den Wehrdiensterfahrungen seiner Großväter sowie von seiner eigenen Entscheidung zur Wehrdienstverweigerung und dem anschließenden Zivildienst berichtete. Damit gelang ein anschaulicher Einstieg in die Thematik, der die historische Dimension ebenso wie individuelle Perspektiven greifbar machte.
Im anschließenden Vortrag zeichnete Dr. Schörnig zunächst einen historischen Abriss der Wehrpflicht in Deutschland nach, der auch die Aussetzung im Jahr 2011 einordnete. Darauf aufbauend beleuchtete er die geopolitischen Entwicklungen seit dieser Entscheidung und zeigte auf, wie sich die sicherheitspolitische Lage in Europa und weltweit seither verändert hat.
Anschließend widmete er sich der Frage, inwiefern eine Wiedereinführung der Wehrpflicht oder alternative Dienstmodelle vor dem Hintergrund aktueller Bedrohungsszenarien sinnvoll erscheinen könnten. Dabei wurden sowohl sicherheitspolitische Überlegungen als auch Fragen der gesellschaftlichen Gerechtigkeit thematisiert. Dr. Schörnig gelang es, die Komplexität des Themas differenziert darzustellen und verschiedene Perspektiven nachvollziehbar zu machen.
Im Anschluss an den Vortrag hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Standpunkte in die Diskussion einzubringen. Diese Gelegenheit wurde vor allem genutzt, um das persönliche Dilemma zwischen der notwendigen Verteidigung der eigenen Sicherheit und dem individuellen Freiheitswunsch zu reflektieren und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gesponsert wurden die Veranstaltungen von der Bürger*innen-Stiftung Heusenstamm, die regelmäßig Projekte und Initiativen in den Bereichen Soziales, Kultur sowie Umwelt- und Klimaschutz fördert. Das Adolf-Reichwein-Gymnasium dankt der Stiftung herzlich für die großzügige Unterstützung.
Insgesamt boten beide Veranstaltungen den Schülerinnen und Schülern wertvolle Einblicke in aktuelle gesellschaftliche Debatten und haben wichtige Impulse für die weitere Auseinandersetzung im Unterricht gegeben. Wir danken den Referenten sowie allen Beteiligten für die Organisation und Durchführung der gelungenen Veranstaltungen.