Konzepte

Praktikum in Saint Savin

Nachdem ich um 5 Uhr aufgestanden war, mit dem Zug in Frankfurt losgefahren, in Karlsruhe umgestiegen war, mich mit den beiden anderen - Isabelle und Hannah - von Paris Gare de l'Est nach Paris Gare Montparnasse gehetzt hatte um den Anschlusszug nach Chatellerault zu bekommen und dann nach 40 Minuten Autofahrt endlich in Saint Savin ankam, stellte ich fest, dass der kleine Ort mit seinen 1000 Einwohnern wirklich klein aber dafür um so schöner ist.
Nach einer kleinen Besprechungsrunde, in der Hannah, Isabelle und mir erklärt wurde wie wir wann zu unseren Praktikumsplätzen kommen werden, wurde ich zu meiner Gastfamilie gebracht. Als erstes stellte ich fest, dass in Saint Savin alles viel ländlicher ist als in Deutschland. Doch meine Gastfamilie, die etwa 10 km außerhalb von Saint Savin auf dem Land lebte, war sehr freundlich und nahm mich sofort in ihrem Kreis auf.
Da ich von meiner 6-stündigen Reise sehr erschöpft war, ging ich am ersten Abend sofort ins Bett.
Am nächsten Tag begann mein Praktikum. Die ersten beiden Tage war ich im Tourismusbüro. Zwar ist  es zu dieser Saison sehr ruhig in Saint Savin, aber dafür konnte ich mir in Ruhe den ganzen Ort ansehen und musste mir beim Fotografieren keine Gedanken machen, dass mir ein Tourist die Sicht versperrt. :) Außerdem nahm M. Berthon, einer der Betreuer während des Praktikums, mich mit und zeigte mir die Plätze, an denen er gerne Fotos macht. Da er professioneller Fotograf ist, konnte ich mit seiner Hilfe einige sehr schöne Fotos machen.
Abends war ich sehr müde und habe mich früh fertig gemacht und bin ins Bett gegangen.
Am Mittwoch ging dann für mich das Praktikum erst richtig los. Denn ich war in der Apotheke und da herrscht zur Herbstzeit ein reges Kommen und Gehen. Ich hatte also den ganzen Tag etwas zu tun. Zum Beispiel durfte ich die neue Lieferung ausräumen, zählen und einsortieren und auch das Beobachten der Apothekerinnen, wie sie die Medikamente gesucht und verkauft haben, war sehr interessant.
Am Donnerstag war ich dann im Kindergarten und in der Grundschule. Da der Ort Antigny, wo sich die Schule befindet, sehr klein ist, besuchen gerade einmal 35 Kinder diese Schule. Sie sind in zwei Klassen aufgeteilt. Eine ist für die 3-7 Jährigen und die zweite ist für die 8-10 Jährigen. Ich habe mit den kleineren Kindern gelesen und gemalt. Den 8-10 Jährigen habe ich das Lied "Frère Jacques" auf Deutsch übersetzt (Bruder Jakob) und das haben wir dann gemeinsam gesungen. Die letzte Stunde hatten die Kinder dann Sport. Da das Wetter schön war, fand der Sportunterricht auf der Wiese an der Gartempe (Fluss) vor der Schule statt.
An diesem Nachmittag wurden Isabelle, Hannah und ich dann vom M. Berthon mit nach Angles sur l'Anglin mit genommen. Dort haben wir Fotos von der Ruine im Sonnenuntergang gemacht und uns ein bisschen die Geschichte über diese Stadt angehört.
Am Freitag besuchte ich dann die "Größeren" am Collège. Das war auch sehr interessant, denn ich ging nicht nur in den Unterricht sondern war auch im Sekretariat und in der Küche.
Für das Wochenende waren Ausflüge geplant, welche wir auch in die Tat umsetzten. Am Samstag fuhren wir alle mit unseren Gastfamilien nach Chauvigny. Dort sind wir erst über den Markt geschlendert, wo man wirklich alles findet. Von Klamotten über gute Kleidung bis hin zu Fisch. Anschließend sind wir in eine Crêperie gegangen und haben dort dann erfahren, dass Crêpes nicht nur mit Nutella sondern auch mit Fisch und Gemüse gut schmecken. Gegen Nachmittag fuhren wir zu mehreren großen Geschäften um dort "shoppen" zu gehen. Da die nächste große Stadt -Poitiers- über eine Stunde Autofahrt entfernt ist, blieben wir in der Nähe von Chauvigny. Leider sind die Geschäfte dort eher große Einkaufshallen und nicht so viele kleine Läden, wie man sie in Frankfurt oder Darmstadt findet. Trotzdem war es ein interessanter und gelungener Tag.
Am Sonntag hatten wir uns vorgenommen, mehrere Schlösser zu besuchen. Da aber zu dieser Saison viele Schlösser bereits geschlossen sind, hatten wir nur ein Schloss zur Wahl.
Also fuhren wir alle gemeinsam zum Château Dissay. Die Führung war sehr interessant und auch das Schloss ist sehr schön. Und da das Château Dissay sehr groß ist, war es auch nicht weiter schlimm, dass wir nur ein Schloss besucht haben. Nach der Führung gingen wir noch ein bisschen in der schönen Natur der Vienne (Region in Frankreich in der auch der Ort St. Savin liegt) spazieren. Den Tag ließen wir mit einem gemütlichen Kaffeetrinken ausklingen.
Am nächsten Morgen, Montag, war es für mich ein bisschen schwer aufzustehen, da ich abends erst spät ins Bett gegangen war.
Aber als ich dann im Rathaus in St.Germain ankam, war ich hellwach und schon neugierig auf das, was mich erwartete. Der Tag gestaltete sich sehr interessant und ereignisreich. Morgens durfte ich viel helfen und bekam so einen guten Einblick in die Arbeit im Rathaus. Mittags wurde ich dann vom Monsieur Le Maire (Bürgermeister) abgeholt, der mir persönlich St. Germain zeigte und so sah ich nicht nur die Kirche und die alte Brücke sondern auch die kleinsten Schleichwege, die St. Germain von den anderen Ortschaften trennen. Auch der Dienstag war ein sehr spannender Tag, da ich in der Verwaltung und im Souvenirshop der Abtei von St. Savin war. So hatte ich gleichzeitig auch die Chance, mir die riesige Abtei komplett anzuschauen. (Die Kirchen dort haben eine ganz besondere Maltechnik. Es ist simpel und es gibt nicht viel Gold, aber die Bilder sind dafür sehr ausdrucksstark). Ich konnte prima Fotos machen. Auch im Souvenirshop war es schön, denn ich hatte ständig Kontakt mit Menschen und konnte erzählen und reden.
Leider mussten wir aufgrund des Streiks in Frankreich schon einen Tag früher abreisen. Ich fand das sehr schade, aber da ich bereits beschlossen hatte noch einmal nach St. Savin zurück zu kommen, konnte ich mich mit diesem Gedanken trösten.
Insgesamt finde ich, dass das Auslandspraktikum mit der Partnerstadt Heusenstamms eine sehr interessante Sache ist, von der man nicht nur sprachlich profitiert. Und auch wenn es immer einmal Minuten gibt, in denen man vielleicht einmal nichts zu tun hat, wird es nicht langweilig, da man mit den anderen ins Gespräch kommt und alle dort sehr freundlich sind. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen.

Franziska Krönke, Klasse E1d

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