Konzepte

Plongisten in Frankreich

Die „Plongée Scolaire” (auf deutsch „Eintauchen” in das französische Schul- und Alltagsleben) ist ein ca. zweimonatigenr Aufenthalt (September bis Oktober) an unserer Partnerschule in La Verpillière/Frankreich. Die Plongée Scolaire wird von Frau Reuter organisiert und betreut.
Kurz vor den Osterferien macht sie hierzu Werbung in den entsprechenden Klassen (G8/9. Klasse, G9/10. Klasse). Die interessierten Schüler treffen sich und erfahren von den früheren Teilnehmern der Plongée, wie das Leben an unserer französischen Partnerschule und in der Familie aussieht. Bis zu den Osterferien können sie sich bei Frau Reuter anmelden. Kurz vor den Sommerferien gibt es eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Schüler und ihre Eltern.
Nach ihrem Aufenthalt erhalten die Schüler ein Zeugnis von unserer französischen Partnerschule und eine Bescheinigung über ihre Teilnahme.  Bei einer Bewerbung ist ein solcher Nachweis stets von Vorteil!

Hier sind nun Berichte von unseren Plongée Teilnehmern:

Mein plongée scolaire
Ich lerne seit vier Jahren Französisch, eigentlich finde ich die Sprache sehr schön, aber sie ist auch ziemlich schwer. Ich wollte schon immer eine Zeit im Ausland verbringen, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Deswegen habe ich mich entschieden, am plongée scolaire teilzunehmen, also für sechs Wochen nach Frankreich zu gehen.
Anfang September fuhr ich mit drei Mitschülerinnen nach Frankreich. Am Bahnhof von Lyon wurden wir dann von unseren Gasteltern abgeholt. Da ich meine Gastfamilie bereits kannte, war es kein Problem mich einzugewöhnen. Die Familie wohnt ungefähr eine halbe Stunde von der Schule in La Verpillière entfernt, mitten auf dem Land. Da der Gastvater ein Englischlehrer in La Verpillière ist, nahm er meine Austauschschülerin, ihre kleine Schwester und mich jeden Tag mit zur Schule und wir mussten nicht Bus fahren. Ich kam zusammen mit einer anderen Deutschen in die 1 L/ES. Wir waren im L Teil der Klasse und hatten deshalb Fächer wie littératture, littérature étrangère und histoire de l´art. Unsere Klasse war sehr nett und auch die Lehrer waren immer freundlich. Wir versuchten, im Unterricht so gut wie möglich mitzumachen, auch wenn Fächer wie Französisch und littérature natürlich sehr schwer waren. Freistunden heißen in Frankreich permanence. Wenn man permanence hat, muss man in einen großen Raum gehen, dort sitzen die Schüler an Einzeltischen und beschäftigen sich mit Stillarbeit. Man wird dabei die ganze Zeit von einer Aufsichtsperson beobachtet.
In Frankreich hat man sehr lange Schule, bis 17. 00 Uhr. Durch die lange Fahrt nach Hause hat man in der Woche eigentlich kaum, bis gar keine Zeit sich mit Freunden zu verabreden. Jede Woche schrieben wir zudem eine Arbeit und es gab auch einige kleinere Tests. In Frankreich war insgesamt alles ein wenig strenger.
In meiner Freizeit traf ich mich mit Freunden und ging reiten. Natürlich unternahm ich auch viel mit meiner Gastfamilie. Einmal waren wir auch in Lyon zum Shoppen. Lyon ist eine sehr schöne und große Stadt, die meisten Gebäude sehen sehr alt aus. Wenn wir keinen Unterricht hatten gingen wir oft in andere Deutschklassen und unterhielten uns mit den Schülern. Wir waren zum Beispiel in einer Klasse, in der die Kinder gerade erst angefangen hatten, Deutsch zu lernen. Dort halfen wir in Gruppenarbeiten mit und waren die Assistenten des Lehrers.
Am Ende der Zeit gab es eine kleine Abschiedsfeier und die Lehrer schenkten uns sogar ein Buch, mit Bildern der Schule. Wir machten auch Fotos mit unserer Klasse. Natürlich waren wir alle etwas traurig, unsere neuen Freunde und unsere Gastfamilien zu verlassen, aber wir freuten uns auch sehr auf Deutschland.

Felicitas Hohmann, E1c

„Plongée” heißt ins Deutsche übersetzt so viel wie „eintauchen”. Das ist ein sehr passender Name, da man schließlich für 6 Wochen in das französische Schulleben und den Alltag eintaucht. Ich hatte mich entschieden an der Plongée teilzunehmen, hauptsächlich um meine Französischkenntnisse zu verbessern, aber auch um meinen Freund in Frankreich wiederzusehen. Bereits zweimal habe ich am zweiwöchigen Austausch in den unteren Klassen teilgenommen. Da ich die Familie und den französischen Alltag bereits kannte, war es kein Problem, mich dort einzuleben.
Ich kam am Samstag, den 30.08.2013 zusammen mit einem Schulkameraden am Flughafen in Lyon an. Dann hatte ich noch den Sonntag, um mich langsam an den Ablauf in der Gastfamilie zu gewöhnen und am Montag fing dann die Schule an. Auch für die Franzosen war es der erste  Schultag nach den Ferien, deshalb wurde ich anfangs wie ein Franzose behandelt, da alle dachten, ich wäre ein neuer Schüler. 
Zu Beginn war die Schule sehr anstrengend für mich. Der Schultag beginnt um 8.15 Uhr, endet um 16.45 Uhr und die Unterrichtsstunden dauern zweimal 55 Minuten. Anfangs war es für mich schwierig, die Lehrer im Unterricht zu verstehen, da sie schnell sprechen. Aber mit der Zeit war auch das kein Problem mehr. Vor allem die Jugendlichen in der Schule haben mich beeindruckt. Die Schüler sind sehr sozial und nett. Man wird sofort als einer ihrer Freunde betrachtet. Sie sind  auch untereinander sehr cool, jeder ist mit jedem befreundet und mag auch jeden. Nach weniger als zwei Wochen hatte ich bereits viele Freunde an der Schule gewonnen, dies hat natürlich auch mein Französisch verbessert, da man mit Gleichaltrigen entspannter reden kann als mit Lehrern.
Nach den 6 Wochen war ich sehr traurig, wieder fahren zu müssen, da ich mich dort so gut eingelebt hatte. Mit meinem französischen Freund habe ich mich so gut verstanden, dass er nach meiner Zeit  bei ihm noch eine Woche mit nach Deutschland gekommen ist. Mein nächster Besuch ist auch schon geplant; zum Jahreswechsel  reise ich wieder nach Frankreich!
Ich empfehle jedem anderen Schüler, an der Plongée Scolaire teilzunehmen.  Man lernt nicht nur  sehr viel, sondern trifft  auch viele neue, nette Leute. Den verpassten Stoff in der deutschen Schule kann man nachlernen und die Lehrer haben auch Verständnis für diese spezielle Situation.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Plongée für mich ein großer Erfolg war: Ich kann nun sehr gut Französisch sprechen und habe eine „zweite Familie” in Frankreich gefunden. Mein Ziel ist es, den Französisch Leistungskurs zu belegen.

Allen Posenauer, E1e

Ende der 9.Klasse hatten wir, Laura Lubeseder und Linda Stadtbäumer, uns dazu entschieden, an der Plongée Scolaire teilzunehmen. Das heißt, am Anfang der E1 für 5 Wochen nach Frankreich zu gehen, in einer Gastfamilie zu leben und den ganz normalen Schulalltag der Franzosen mitzuerleben.
Also flogen wir Anfang September nach Lyon. Die ersten Tage war noch sehr neu für uns. Wir haben unsere Gastfamilien und unsere Klasse, die 1°L/ES, kennen gelernt und mit der Zeit auch alle Lehrer. Jeder war total nett zu uns und wir wurden super freundlich aufgenommen.
Nach 2-3 Tagen fühlten wir uns schon wie zu Hause und waren auch gut in der Klasse integriert. Die Unterrichtsstunden in Frankreich sind etwas länger als bei uns (55 Minuten) und auch die Pausen. Freistunden wie in Deutschland gibt es nicht, sondern man hat eine "Permanence". Das bedeutet, man muss sich eine Schulstunde lang ruhig selbst beschäftigen, z.B. mit Hausaufgaben. Diese Stillarbeit wird von einer Person überwacht. Das hört sich vielleicht ziemlich anstrengend an, aber weil niemand es anders kennt, gewöhnt man sich schnell daran und es ist kein Problem mehr. Während der Stunden haben wir immer versucht mitzumachen, auch wenn das nicht immer einfach war. Die Schüler müssen viel mehr mitschreiben als in Deutschland, während der Lehrer nur redet und ab und zu eine Notiz an der Tafel macht. Um 17 Uhr ist der Unterricht zu Ende und fast alle fahren mit Bussen oder der Bahn nach Hause. Weil das Externat Sainte Marie eine beliebte Privatschule ist, haben einige Schüler sehr lange Schulwege. Am Abend hat man meistens keine Zeit mehr, Freunde zu treffen, sondern nur um die Hausaufgaben zu machen.
An den Wochenenden haben wir oft etwas mit unseren Gastfamilien unternommen und waren z.B. in Lyon und Grenoble. Wir waren auch mit französischen Freunden bowlen, shoppen oder haben Laser Game gespielt.
Zum Abschied hat unsere Klasse eine kleine Abschiedsfeier in der Schule veranstaltet. Am Abend gab es zu Hause noch eine kleine Party mit unseren Freunden. Wir haben allen versprochen, dass wir bald wiederkommen, weil es uns so gut gefallen hat! Nach den Herbstferien bekamen wir ein Päckchen, in dem Postkarten und Briefe von unserer Deutschklasse aus Frankreich waren. Wir haben uns riesig gefreut und hatten viel Spaß beim Lesen.
Am Anfang wussten wir nicht,ob es die richtige Entscheidung war, an der Plongée teilzunehmen, doch nun sind wir sehr froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Wir werden bestimmt noch lange an diese schöne Zeit zurückdenken und empfehlen jedem, diese Chance zu nutzen! Wir haben nicht nur große Fortschritte in der französischen Sprache gemacht, sondern auch viele nette Menschen kennen gelernt.

Linda Stadtbäumer und Laura Lubeseder

Zurück