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Ausflug ins Staatstheater Darmstadt

Am 15. Februar 2017 war es dann soweit: Wir, die DSP (Darstellendes Spiel) Kurse von Frau Müller und Frau Stein-Hinrichsen, durften Teil eines Workshop im Staatstheater Darmstadt sein. Schnell versammelten wir uns um 17:30, schon ging es los: Wir sammelten uns in einen Halbkreis im Ballettsaal und die Leiterin schilderte uns, wie denn nun genau ein Theaterstück entsteht und wie lange es dauert, bevor überhaupt ein Stück auf der Bühne aufgeführt wird.
Am Anfang entwickelt einer der Regisseure ein Konzept. Die Entwicklung einer Idee kann ein halbes Jahr dauern. Wenn es fest steht, werden dann alle Requisiten und Bühnenbilder zwei Mal gemacht, eins für das Proben, das andere für die Aufführung. Denn in den insgesamt 48 Stunden Proben werden die Sachen schon abgenutzt. Wenn also alle Materialien für das Stück vorhanden sind, was in etwa 3 Monate dauert, haben die Schauspieler 6 Wochen Zeit um sich einzuüben. Insgesamt dauert es also fast 2 Jahre um ein Stück auf die Bühne zu bringen.
Und das Theaterstück „Wut“, bei dem wir am Ende dabei sein konnten, durchlief auch diesen riesigen Prozess.
Wir sollten danach Begriffe sammeln, die etwas mit Wut zu tun hatten. Eine Menge wurde erwähnt, oftmals zusammenhängend mit der jetzigen politischen Stimmung. Wir unterhielten uns über den Anschlag auf Paris am 13. November und die existierenden Perspektiven des Terrorakts. Schließlich teilten wir uns in Gruppen und bekamen jeweils einen anderen Textauszug aus „Wut“. Dieser Text jedoch hatte keine klare Perspektive, sondern bestand stattdessen aus mehrere Aussagen hintereinander.
Danach nahmen wir an einer Führung durch das Theater teil. Das Staatstheater war viel größer, als das Gebäude es von außen vermuten lässt. Während es von außen so wirkte, als bestünde es nur aus einem Stockwerk, wurden in Wirklichkeit 8 Stockwerke eingebaut, notwendig für die 4 vorhandenen Bühnen.
Wir sind als erstes zum Kostümlager hingegangen, wo alle handgemachten Kostüme verstaut wurden, bis sie für den Auftritt gebraucht werden. Die Theaterpädagogin erlaubte es uns, ein spezielles Kostüm hochzuheben, dieses wog 10 Kilogramm, damit der Schauspieler so wirkte, als ob er träge vorankommt. Weiter in der Maske sahen wir dabei zu, wie einem Schauspieler Schminke aufgetragen wurde, bevor wir zu den Requisiten gingen. Wir durften ein paar der Requisiten anfassen, kurz bevor wir direkt auf eine Bühne gehen durften. Erst wenn man auf der Bühne steht, merkt man, dass die Decke satte 8 Meter hoch über einem schwebt, wo man noch allerlei Technik befestigen kann. Außerdem gab es noch einen Orchestergraben, in der Musiker während eines Stückes spielen konnten. Hinter der Bühne wurden die Hintergrundbilder angefertigt, was besonders praktisch für die Maler ist, denn hier war die Decke immer noch sehr hoch und man kann direkt an einem Ort malen. Es gab auch eine seperate Malerei, in welcher dann die restlichen Bilder angefertigt wurden. Schließlich gingen wir in die Schreinerei, wo man Möbel für die Stücke herstellte.
Damit war auch schon die Führung zu Ende und wir traten in das Stück „Wut“ ein.
Das Stück war sehr komplex und auch verwirrend, denn die Schauspieler hatten keine klaren Rollen, sondern waren stattdessen Fragmente von Personen gewesen, die im Laufe des Stückes wechselten. Jeder kriegt eine andere Erfahrung von dem Stück. Ich persönlich würde gerne das Stück nochmal anschauen, selbst nur um diese Komplexität besser begreifen zu können.

Tony Zhang, E2

Moritz Stoepel - Fremd ist der Fremde nur in der Fremde oder: alle Menschen sind gleich

Am Donnerstag, dem 2.2.17, um 19.30 Uhr trat der Schauspieler Moritz Stoepel auf der Bühne im C-Bau auf, wo er die Zuschauer auf eine Reise durch Welten und Zeiten mitnahm, um ihnen zu zeigen, dass es eigentlich keine „Fremden“ gibt.
Nach einer kurzen Begrüßung von Frau Kimpel trat Moritz Stoepel zum zweiten Mal in unserer Schule auf, als erste öffentliche Abendveranstaltung mit dem Thema „Schule mit Courage“.
Zuerst begrüßte er selbst noch einmal die versammelte Menge mit Humor, dann setzte er sich hinter eines der vielen Instrumente, einen Flügel, und sang zu einem Stück über das Fremdsein. Während des ganzen Abends trug er viele Lieder vor, nicht nur auf dem Klavier, sondern auch noch auf einer Gitarre, einer Mundharmonika, Rasseln, einer Sansula und sogar indem er auf seinen eigenen Körper klopfte. Auch auf verschiedenen Sprachen wurde gesungen, deutsch, französisch, englisch und italienisch. Aber sie alle drückten das Gleiche aus: entweder ein „Fremder“, der nicht akzeptiert wurde, auf der Suche nach einem neuen Zuhause, von den anderen, für ihn fremden, misshandelt, gedemütigt oder diskriminiert wurde oder wie man über ein bestimmtes Volk beziehungsweise einen bestimmten Menschen dachte.
Aber es wurde nicht nur gesungen und musiziert, sondern auch gesprochen. Viele Texte von bekannten Autoren wurden vorgetragen, einige älter, andere neu, aber sie alle waren sehr aktuell, was viele auch sehr erschreckend fanden.
Das Thema des ganzen Abends war, dass es immer und überall Rassismus gab und gibt, dass man für immer der oder die Fremde ist, dass Rassismus schon so alltäglich ist, dass man es gar nicht mehr bemerkt, dass man das Unbekannte nicht unter sich haben will und diese „Fremden“ wie Ungeziefer behandelt, ohne darüber nachzudenken, dass man für diesen selber der Fremde ist und es für ihn auch nicht leicht ist. Selbst unter den schrecklichen Bedienungen, unter denen die Flüchtlinge herkommen, ist es den Einwohnern egal, was mit ihnen passiert, ohne an das Recht, die Angst und die Qualen derer zu denken, die ihr Zuhause verlassen, um dort nicht sterben zu müssen.
Der Mensch erfreue sich nicht am Glück anderer und auch Freiheit gäbe es immer weniger, sagten andere Texte aus.
Nach fast zwei Stunden mit Zugabe, bedankte sich Moritz Stoepel bei seinem Publikum und den Technikern und verdeutlicht, dass er gegen Rassismus ist und für viel Courage.

Laura Hiller, E2