Aktuelles

April, April!

Wer kennt das nicht? Du denkst es sei ein ganz normaler Tag und dann wirst du von deinem Bruder, deiner Schwester oder Mitmenschen reingelegt.
Der Aprilscherz ist ein Brauch, leichtgläubige Menschen hereinzulegen. Den Aprilscherz gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert. Es ist aber unbekannt, warum man Menschen reinlegt. Früher galt der 1. April als Unglückstag, genau so wie Freitag, der 13.Vielleicht liegt es am Aprilwetter. Es gibt eine Legende, wonach angeblich an einem 1. April ein 16-jähriges Mädchen den französischen König Heinrich IV schriftlich um ein heimliches Rendezvous im Schloss bat. Als Heinrich zu dem Fest erschien, habe ihn überraschend der gesamte Hofstaat begrüßt, vorgestanden von seiner Gemahlin Maria von Medici, welche ihm dafür gedankt haben soll, dass er ihrer Einladung zum „Narrenball“ gefolgt sei.
Dies könnten ungesicherte Erklärungen sein, warum man am 1. April Menschen rein legt.
Auch viele Unternehmen erlauben sich am 1. April Scherze. Zum Beispiel sorgte die BBC am 1. April 1957 für Verwirrung bei den Zuschauern: Es wurde ein angeblicher Dokumentarfilm über Schweizerinnen bei der Spaghetti-Ernte gezeigt. Viele glaubten dies und bombardierten den Sender mit Anfragen, wie sie selbst Spaghettis anbauen könnten.
Der WDR hatte 1965 nach einem Scherz viele enttäuschte Gesichter zu verantworten: Das „Mittagsmagazin“ berichtete damals von einer Herde Delfine, die angeblich im Rhein ihre Bahnen zogen. Im Anschluss an den Beitrag versammelten sich Schaulustige am Ufer des Flusses und sahen dort nichts alles Wasser.
Am 1. April 1998 warb Burger King mit einem speziell für Linkshänder designten Burger. Trotz der Auflösung am folgenden Tag bestellten zahlreiche Kunden diesen Burger. Andere forderten die Rückkehr des „normalen“ Burgers für Rechtshänder.

Nina Renner (7e), Sophie von Wedl (7f), Olivia Simpson (7f)

Unorte am ARG

Durchatmen nach der schriftlichen Abiturprüfung: Die Schülerinnen des Kunst-Leistungskurses gestalten im Rahmen des Unterrichtes kleine spontane Tape Art-Projekte auf dem Schulgelände. Sie lenken unseren Blick auf Un-Orte – eben solche Ecken, die wir im Alltag unbemerkt links liegen lassen. Da landet zum Beispiel auf dem Schatten eines Baumes plötzlich ein Vogelschwarm und erinnert uns leise an flüchtige Augenblicke, ans Kommen und Gehen. Die Arbeit am Rande des Schulhofes spielt mit unserer Warnehmung zu verschiedenen Tageszeiten und macht – ganz nebenbei – Lust auf den Frühling.
Die Vögel haben Jessica Schmidt, Johanna Plomer und Tabea Wavra (alle Q4) gemeinsam gestaltet. 

I. Zibilla

Kill Ill - Wie käuflich ist der Mensch?

Nur wenige Wochen arbeiteten die 22 SchülerInnen des „Darstellenden Spiel“ - Kurses der Q2, unter der Leitung von Kristina Stein-Hinrichsen, an ihrer Interpretation zu Dürrenmatts Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“. Und das mit vollen Erfolg: Ausverkauftes Haus an zwei Abenden.
Dürrenmatts Tragikomödie spielt in der Kleinstadt Güllen in der Nähe der deutsch-schweizerischen Grenze. Güllen hat seine besten Zeiten hinter sich-verarmt, verwahrlost, ausgestorben. Die einzige Hoffnung, die der Kleinstadt bleibt, ist die Milliardärin Claire Zachanassian, die einst als Kläri Wäscher in dem Dorf lebte. In ihrer Jugend wird sie von ihrem damaligen Freund, Alfred Ill, schwanger. Dieser verleugnet jedoch die Vaterschaft. Verraten, sitzengelassen und enttäuscht von ihrer Jugendliebe flüchtet Kläri Wäscher aus ihrer Heimatstadt.
Vierzig Jahre später kehrt sie als Multimilliardärin nach Güllen zurück und ist bereit, Güllen eine Milliarde zu geben, wenn jemand Alfred Ill tötet. Ist die Moral oder die Gier der Bürger größer?
Der DSP-Kurs verwandelte die Tragikomödie in ein modernes Theaterstück. Das Bühnenbild war eher schlicht, die Kostüme unauffällig, nur wenige Accessoires kennzeichneten die Figuren. Der Humor dagegen abgedreht und durchgeknallt - eine Parodie auf das wahre Leben.
Aber auch neue Eigeninterpretationen schmückten das Stück, die scharfe Kritik an unserer heutigen Gesellschaft übten. So spiegelte die „Güllens next Topmodel“-Szene die Gier nach Ruhm, Reichtum und Anerkennung der Menschen wider. Oder durch Monologe mit Gott wurde die innerliche Zerrissenheit der Hauptfiguren deutlich. Schlechten Gewissens ringen sie darum, ihr Schicksal anzuerkennen.
Nach und nach wandelt sich die Fassade des Dorfes immer mehr: Aus den liebevollen, einfühlsamen Dorfbewohnern werden mit der Zeit habgierige Menschen, die das Geld über die Moral stellen. Verzweifelt und hilflos muss Alfred Ill dabei zusehen, wie er unfreiwillig zum Sündenbock und im Namen der „Gerechtigkeit“ für eine Milliarde geopfert wird.
Mit Witz und Humor veranschaulichten die SchülerInnen des Adolf-Reichwein-Gymnasiums den Konflikt des kleinen Dorfes, welches gefangen ist zwischen Existenzängsten, zerbrochenen Träumen und moralischen Werten. Die SchülerInnen griffen die verzerrte Ideologie auf und eröffneten dem Zuschauer eine neue Perspektive, befreit durch das Lachen. Ja, sie zwangen das Publikum förmlich, die Tragik anzunehmen und ihr frech ins Gesicht zu lachen. Ein wichtiger zentraler Punkt des Stückes, den die jungen SchauspielerInnen hervorhoben, ist, die Menschheit kritisieren zu dürfen, aber auch den Menschen als Individuum wertzuschätzen. Den Zuschauern sollte bewusst werden, dass jeder Mensch nicht fehlerfrei ist. Jedoch sollte dies akzeptieren werden, denn nur so könne man Konflikte bewältigen und ein harmonisches Miteinander fördern.
Obwohl manche Szenen diffus wirkten, zeigte sich das Publikum nach der Aufführung überwältigt und sprachlos von der Darbietung. „Das Stück war einfach großartig. Die Schauspieler waren sehr überzeugend. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, “ äußerte sich eine Zuschauerin nach der Theateraufführung. Und ihre Begleiterin ergänzte, dass sie solch eine gute Arbeit nicht erwartet hätte. Auch andere Zuschauer zeigten sich äußerst begeistert und lobten den Bezug zum Original, aber auch die zeitgenössische Darstellung des Klassikers von Dürrenmatt.
Auch die Leiterin des Stückes - Kristina Stein-Hinrichsen – war nach der Premiere sichtlich erleichtert und stolz zugleich über die grandiose Leistung ihrer SchülerInnen.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass der Abend nicht nur den Schauspielern eine Menge Spaß bereitet hat, sondern auch dem Publikum. Nie zuvor wurden schätzungsweise 300 Karten für eine Theateraufführung am Adolf-Reichwein-Gymnasium verkauft wie für „Kill Ill“. Ein hervorragendes Ergebnis!

Louisa Grübler, Q2
Bilder von Semih Saygaz