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„Die Marquise von O...“ - eine Theaterkritik

Am 30.09.2013 besuchte der Deutsch-LK das Schauspiel „die Marquise von O…“ von Heinrich von Kleist in der Hugenottenhalle in Neu-Isenburg – mit großen Erwartungen. Eine Kritik von Annalena Barnickel.

In der „Marquise von O…“ geht es um eine junge Witwe, die während des Krieges von einem russischen Offizier sowohl gerettet als auch vergewaltigt wird. Hinterher kann sie sich durch eine Ohnmacht aber an nichts erinnern, und kann sich auch nicht ihre Schwangerschaft erklären, wodurch sie aus dem Hause der Eltern fliegt. Währenddessen hält der Offizier, der Graf von F… um ihre Hand an, wozu sie am Ende auch zustimmt.

Um 20:00 Uhr sollte die Vorstellung beginnen, doch wir gingen um 19:15 Uhr schon zur Einführung, die von einem der Schauspieler gehalten wurde. Er erzählte uns etwas über Heinrich von Kleist, doch hatte er meiner Meinung nach etwas Probleme, frei zu sprechen, was mich persönlich etwas stutzig machte, da das für einen Schauspieler eigentlich essentiell ist.

Auf die Frage, wie die Theatergruppe es umgesetzt habe, dass Stück in die Moderne zu versetzen, wusste dieser keine so richtige Antwort und druckste ein wenig herum. Später wussten wir auch warum. Sie hatten das Stück nicht in die Moderne versetzt, sondern einfach alles aus dem Buch entnommen und es wirkte, als hätten sie sich auch gar nicht mit der eigentlichen Problematik auseinandergesetzt.

Die Schauspieler fand ich sehr gut und sie spielten ihre Rolle auch ganz überzeugend. Dass auf der Bühne ein Schlagzeug stand und damit die Geräusche von den Trommeln einer Armee simuliert wurden, fand ich gut und auch kreativ, doch die darauffolgenden Anwendungen des Schlagzeuges waren etwas fehl am Platz und auch verwirrend für den Zuschauer.

In der ersten Hälfte waren sehr viele Szenen etwas lang und der Fokus lag zu sehr auf der Familienidylle, Stichwort Biedermeier. Dauernd setzten sich der Vater, die Mutter und die Marquise auf die Stühle und musizierten, was einem nach dem vierten Mal etwas auf die Nerven ging.

Es war auch etwas merkwürdig, dass die Marquise nach ihrer Vergewaltigung in keinster Weise traumatisiert war, sondern einfach wieder ihr normales Leben von früher lebte. Da, so finde ich, hätte man für eine moderne Inszenierung ansetzen können, da Vergewaltigung auch heute noch ein aktuelles Thema ist.

In der zweiten Hälfte wurde versucht, das Publikum ein bisschen in das Stück zu integrieren, was aber auch nicht dem Stück zu mehr Spannung verhalf. Es folgten weitere etwas unlogische, teils sogar groteske Szenen, die mehr an eine Seifenoper erinnerten, aber dennoch teilweise ziemlich witzig waren.

Insgesamt kann man sagen, dass die Handlung sehr in die Länge gezogen und meiner Meinung nach der Schwerpunkt falsch gesetzt wurde. Eine Versetzung des Konfliktes in die moderne Welt hätte das Stück vielleicht etwas ansprechender gemacht, aber so langweilte man sich phasenweise.

Siegerehrung der Jugendwaldspiele

Am Dienstag wurden in der fünften Stunde die Schüler der jetztigen 7. Klassen für ihre Leistungen bei den Jugendwaldspielen geehrt. Bürgermeister Jakoby, Herr Tinart von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald und Frau Hofmann, als Verantwortliche für die Jugendwaldspiele an unserer Schule, verliehen Urkunden und Präsente an jeden Teilnehmer. Im vergangenen Schuljahr hatten die Schüler im Rahmen der Spiele gelernt verantwortungsbewusst mit unserem Wald umzugehen. Die Gruppe „Kleiber” aus der ehemaligen 6f holte sich mit 264 Gesamtpunkten den Sieg.

Wir gratulieren herzlich!