Aktuelles

Vorabstimmung für G9

Seit September 2012 wird, wie an allen hessischen Gymnasien, am Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm eine zentrale Systemfrage diskutiert. Den Gymnasien wird seitens des Hessischen Kultusministeriums die Möglichkeit in Aussicht gestellt, ab dem kommenden Schuljahr zwischen „G8” und „G9” zu entscheiden. Es gilt zu klären, ob die künftigen Schülerinnen und Schüler die Sekundarstufe I (die Zeit bis zum Eintritt in die gymnasiale Oberstufe) in fünf oder sechs Jahren durchlaufen, also nach 12 oder 13 Jahren zum Abitur gelangen sollen.

Der Meinungsfindungsprozess am Adolf-Reichwein-Gymnasium, in dessen Verlauf auch die Ergebnisse von Umfragen unter den Schülern und den Eltern der jetzigen Grundschüler einflossen, brachte eindeutige Ergebnisse. Sämtliche Gremien, d. h., die Gesamtkonferenz, der Schülerrat und der Schulelternbeirat, hatten sich nach intensiver Diskussion klar für eine Umstellung auf G9 ausgesprochen. Gleiches gilt in deutlicher Mehrheit für die Eltern der Heusenstammer Grundschulen, die auf den anstehenden Informationsabenden wissen wollen, welche Entwicklung das ARG nimmt.

Am 26.11.2012 fand daher eine Vorabstimmung der Schulkonferenz statt (ein rechtskräftiger schulischer Beschluss kann erst nach Inkrafttreten der notwendigen Gesetzesänderungen erfolgen). Das Ergebnis war sehr eindeutig. Einstimmig sprach sich die Schulkonferenz für eine Umstellung auf G9 ab dem kommenden Schuljahr 2013/2014 aus. (Dies betrifft nur die neuen Schülerinnen und Schüler der kommenden Jahrgangsstufe fünf, die aktuellen Schüler des ARG bleiben in G8.)

Die Gründe hierfür waren insbesondere pädagogischer Natur: Aus Sicht der Gremien herrscht mit G9 weniger Zeitdruck, wodurch mehr pädagogische Gestaltungsräume entstehen und mehr Zeit für individuelle Fördermaßnahmen möglich werden. Ferner sieht die Schule mehr Spielraum im Bereich der Projektarbeit und in einer individuellen und schulischen Profilbildung.

Die Schule und die Schulleitung betrachten die geplante Umstellung nicht als reine Absage an G8, denn die Diskussion hat gezeigt, dass das verkürzte System, auch aus Eltern- und Schülersicht, gut funktioniert. Auch hat die Schule in den letzten Jahren sehr viel Zeit und Engagement aufgebracht, die Verkürzung der Gymnasialzeit zu gestalten und die Schule zu modernisieren.

Eine um ein Jahr längere Gymnasialzeit bietet allerdings der Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler bessere Möglichkeiten, erfolgreich zum Abitur zu kommen und ermöglicht es besser, das Leitbild, das einen Schwerpunkt auf die Persönlichkeitsentwicklung setzt, zu verwirklichen. Dennoch will die Schule diejenigen Schüler, die über das intellektuelle Potenzial und den persönlichen Entwicklungsstand verfügen, bei einer Verkürzung der Schullaufbahn unterstützen. Dies soll durch „Überspringen” einer Jahrgangsstufe, vorzugsweise unmittelbar vor dem Eintritt in die gymnasiale Oberstufe (von der Jahrgangstufe 10/2 in die Jahrgangsstufe 11/2) erfolgen. Schulischerseits soll dies durch zusätzliche Maßnahmen, z. B. durch Erweiterung des bestehenden Förderkonzeptes, unterstützt werden.

Am ARG soll allerdings keine Rückkehr zum „alten” G9 erfolgen. Die Schule hat es sich zum Ziel gesetzt, ein „neues” G9 zu entwickeln, das auf den positiven Errungenschaften von G8 aufbaut und diese weiterführt, siehe insbesondere die pädagogische Mittagsbetreuung, das Weiterentwickeln der Bildungsstandards und der Kompetenzorientierung, die Reform der gymnasialen Oberstufe und eine Effizienzsteigerung.

Das vom hessischen Kultusministerium eingeräumte „Mischsystem”, das im Rahmen eines Schulversuches beide Systeme parallel ermöglichen könnte, wurde seitens aller Gremien nicht befürwortet.

Nun setzt die Schule alles daran, die notwendigen Konzepte und organisatorischen Rahmenbedingungen für „G9” vorzubereiten, die für die geplante Umstellung ab dem kommenden Schuljahr erforderlich sind.
Die Schülerinnen und Schüler, die zurzeit in G8 sind, können gewiss sein, auch nach wie vor auf sehr gute Bildungschancen am ARG zu treffen. Deren Bildungserfolg werden wir mit ganz besonders großer Sorgfalt und Verantwortung begleiten.

S. Ritter, Schulleiter

Aktuelle Hochschulinformationstage

Viele Hochschulen bieten zur Orientierung auf Studium und Beruf Informationstage an. Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen:
Hochschullandschaft Hessen
Hochschulkompass

Theateraufführung der Suchtpräventionswoche

Jedes Jahr nach den Herbstferien findet am ARG im Rahmen der Zeitfensterwoche für den 7. Jahrgang eine Suchtpräventionswoche statt. Auch wenn das Projekt Suchtprävention heißt, geht es doch vor allem darum, das Gemeinschaftsgefühl der Klassen sowie die eigene Wahrnehmung und Ich-Stärke zu stärken. Dadurch sollen die Schüler letztendlich darin gestärkt werden „nein” zu suchtgefährdenden Verhalten sagen zu können. Wenn die Ich-Stärke fehlt, ist die Gefahr „auf die schiefe Bahn” zu gelangen größer.
Bei diesem Suchtpräventionsprojekt arbeitet das ARG bereits seit vielen Jahren mit dem „Theater RequiSit” zusammen. In diesem Jahr allerdings wird es ein Novum geben. Erstmals führt das „Theater RequiSiT” das sogenannte Forumtheater „Alternativen“ an einer Schule mit vier Parallelklassen eine Woche lang durch. Dabei beschäftigt sich jede Klasse mit einem Thema ihrer Wahl, wie beispielsweise: „Die erste Liebe“, „Streit mit dem besten Freund“ oder „Ich kenne jemanden, der ist süchtig; was nun?“. Nachdem sich die Klasse auf ein eigenes Thema geeinigt hat, wird sie in zwei Gruppen geteilt und jede Gruppe erarbeitet eine konflikt- und gewaltfreie Szene, in der das selbst gestellte Problem gelöst wird. Dabei wird jeder Vorschlag szenisch umgesetzt, indem sich die Schüler aktiv in die Szene einwechseln und ihre Idee ausprobieren können. Ein Verantwortlicher von „RequiSit“ leitet die einzelnen Schritte an und hält fest, ob bzw. was die Szene positiv weitergebracht hat. Stehen die Szenen beider Gruppen einer Klasse, führen sie sich die Szenen gegenseitig vor. Da dies täglich in insgesamt vier Parallelklassen durchgeführt wird, entstehen so vier Konflikte und acht Szenen, die Konflikte zu lösen.
Allerdings sollen diese Szenen nicht bloß im Klassenzimmer bleiben. Daher gingen die Überlegungen zwischen dem Suchtpräventionsbeauftragten des ARG, Andreas Schickedanz, und der Leitung Nora Staager des „RequiSiT“-Theaters weiter. Alle Szenen werden freitags, also am Ende der Woche, nach einer entsprechenden Generalprobe in der Schule aufgeführt. So soll auch den Eltern, die hierfür eingeladen sind zu kommen, die Möglichkeit geboten werden, Einblicke in das zu erhalten, was ihre Kinder die Woche über erarbeitet haben und sollen ebenfalls für die jeweiligen Themen sensibilisiert werden. Außerdem können die Schüler die gestellten Probleme und die dazugehörigen Szenen der Parallelklassen anschauen und erhalten somit noch mehr Anregungen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.
Das Forumtheater „Alternativen“ in einer Woche in vier Parallelklassen eines Jahrgangs mit anschließendem „öffentlichem“ Auftritt der Szenen wird erstmals an einer Schule durchgeführt. Bereits jetzt besteht beiderseits das Interesse dieses Projekt auch längerfristig etablieren zu wollen.
Das Forumtheater „Alternativen“ ist ein Angebot in Anlehnung an das „Theater der Unterdrückten“ von August Boal. Es bietet den Schülern die Möglichkeit, ein für sie dringendes und konfliktgeladenes Thema zu „bearbeiten“ und gemeinsam zufrieden stellende Lösungsmöglichkeiten zu finden. Sie setzen sich intensiv mit einem Thema auseinander und erfahren, was passieren kann, wenn man Alltägliches mal aus einer anderen/neuen Perspektive betrachtet. Dies führt u.a. zu der Aktivierung sozialer und kommunikativer Ressourcen, die im Alltag oft vernachlässigt werden und zu einer Erweiterung ihres Erfahrungshorizontes.
Das „Theater RequiSiT“ führt seit nunmehr 16 Jahren theaterpädagogische Veranstaltungen im Rahmen der Suchtprävention vorwiegend an hessischen Schulen, sozialen Einrichtungen und Unternehmen durch. Außer der Leitung besteht die Gruppe aus ehemals suchtmittelabhängigen Menschen, die nach oft jahrelangen Suchtkarrieren ihren Weg in ein cleanes, selbstbestimmtes Leben gefunden haben.
Das Forumtheater „Alternativen“ wurde erst Ende letzten Jahres entwickelt und in mehreren Klassen an unterschiedlichen Schulen erprobt. Es eignet sich für Schüler ab dem 6. Jahrgang.