Unterricht

Die Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Deutsch

Feder

In diesem Satz Johann Wolfgang von Goethes stecken wie in allen Formulierungen aus seinen Memoiren viel Dichtung und ein Fünkchen Wahrheit. Dem Deutschunterricht gelingt im Idealfall beides: die Jugend anzuregen und zu unterrichten. Dazu können traditionell die Werke des Dichterfürsten dienen genauso wie aktuelle Jugendbücher, antike Dramen wie zeitgenössische Filme romantische Lyrik wie Rap-Texte. Wie kaum ein anderes Fach hat der Deutschunterricht seit eh und je ein breites Spektrum ein Medien zur Verfügung, an denen die zu vermittelnden Kompetenzen erworben werden: Lesen, Schreiben, Kommunizieren. Mit jedem Schuljahr gilt es diese Fähigkeiten zu verfeinern in präzises Lesen, dem Anlass angemessenes Schreiben, verstehendes Zuhören, differenziertes Argumentieren, logisches Analysieren und Interpretieren.
Kompetenzorientierung, die - angepasst an die Anforderungen der Wissens- und Mediengesellschaft – zunehmend als Kompass für Didaktik dient, ist für den Deutschunterricht also eine Selbstverständlichkeit. Noch mehr als bisher soll es aber in den kommenden Jahren Schülerinnen und Schülern ermöglicht werden, ihren eigenen Zugang zu Literatur und Sprache zu finden, die Lernenden sollen verstärkt gestalten und nicht nur aufnehmen und anwenden. Viele am ARG übliche Unterrichtsformen entsprechen schon dieser Zielsetzung: So lassen viele Deutschlehrer bei der Lektürewahl die Klasse mitentscheiden oder eigene Vorschläge einbringen, Buchvorstellungen in der fünften und der Vorlesewettbewerb in der sechsten Klasse dienen der Förderung von Lesemotivation und nehmen bei entsprechender Vorbereitung die Scheu, vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen. Die szenische oder mediengestützte Umsetzung von Balladen ermöglicht es Siebtklässlern, in spielerischer Form in Kontakt zu kommen mit Werken des Lektürekanons und den literarischem Basiskenntnissen (Unterrichtsbeispiel folgt).
BuchIn höheren Jahrgängen, vor allem dann in der Oberstufe, liegt das Augenmerk des Deutschunterrichts hauptsächlich auf der Auseinandersetzung mit Literatur. Denn woran könnte man Entwicklung, Aufbau und Funktion von Sprache, Machart und Wirkung von Texten, Perspektivwechsel und Weltbilder, Erfahrungen und Haltungen besser untersuchen als an guter Literatur. Wer sich mit ihr beschäftigt, wird nicht nur über (deutsche) Sprache und Kultur unterrichtet, sondern hoffentlich auch (zum Denken) angeregt.