Unterricht

„Theater in der Schule ist zwar ein Spiel, aber keine Spielerei.”

(Dorothea Henzler, Hessische Kultusministerin)

Darstellendes Spiel

Regie

Schon Shakespeare hatte das Bild der Welt als Bühne durch den berühmten Satz „All the world’s a stage” vermittelt. Wir müssen in unserem täglichen Leben viele unterschiedliche und anspruchsvolle Rollen spielen und je mehr wir darauf vorbereitet sind, desto besser. Theater an der Schule leistet einen Beitrag zu dieser Vorbereitung, ist aber viel mehr als nur das. Unsere hessische Kultusministerin, Frau Dorothea Henzler, hat die Präsenz des Theaters an den Hessischen Schulen so geschildert:

Das Theater in der Schule hat in den letzten Jahren in allen Bundesländern erheblich an Bedeutung gewonnen. Darstellendes Spiel hat sich in Hessen an vielen Schulen etabliert – nicht nur als Arbeitsgemeinschaft, sondern ebenfalls im Wahl- bzw. Wahlpflichtunterricht oder als eigenes Fach in der gymnasialen Oberstufe mit der Möglichkeit zum Ablegen einer Abiturprüfung. Theater in der Schule ist zwar ein Spiel, aber keine Spielerei. Der Weg von einer ersten Inszenierungsidee bis hin zur endgültigen Aufführung vor Publikum ist ein äußerst komplexer Prozess …”
(Handreichungen für das Fach Darstellendes Spiel, 2010)

Warum Theater in der Schule?

Mit dem Fach Darstellendes Spiel können wir im Rahmen schulischer Bildung einen fundamentalen, konstruktiven und besonderen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und ästhetischen Bildung unserer Schülerinnen und Schüler leisten. Hier gilt es sowohl Freiräume für die individuelle persönliche Entwicklung und Ausdrucksfähigkeit des Einzelnen zu schaffen als auch Fähigkeiten der Verständigung und Aushandlung in Gruppen einzuüben. Theaterarbeit bedeutet darüber hinaus immer auch die über die performative Auseinandersetzung mit den Themen unserer Lebenswelt, Erkenntnisprozessen über Gesellschaft zu generieren.
Begreift man Kultur abseits überholter Denktraditionen als einen performativen Prozess, als ein „doing culture”, rücken Körperwissen und soziale Praktiken in den Fokus der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Aufgabe des Unterrichtes ist es, an dem kulturellen und habituellen Wissen der Schülerinnen und Schüler anzusetzen und es zu erweiteren. Somit setzen wir nicht nur am direkten Erfahrungswissen der Kinder und Jugendlichen an, sondern eröffnen Räume spielerischer Identitäts- und Gestaltungsarbeit. Über das szenische Spiel können sie einen Zugang für das Verständnis von Gesellschaft erlangen, andere Haltungen und performative Prozesse erforschen und ausprobieren. Dabei gilt es nicht nur den eigenen Ausdruck und die ästhetische Wahrnehmung zu erweitern, sondern auch in Gruppenarbeit sich über eine eigene Arbeit an Szenen, die Umsetzung ästhetischer Vorhaben, zu verständigen.

Welche Möglichkeiten des DS-Unterrichtes gibt es an unserer Schule?

Seit dem Schuljahr 2011/12 ist das Fach Darstellendes Spiel nicht nur in der Mittelstufe als Wahlpflichtunterricht oder als Theater-AG in der Unterstufe, sondern auch in der Sekundarstufe II erfolgreich implementiert. Seit 2014 legen Schülerinnen und Schüler erfolgreich das Abitur in diesem Fach ab.
Die jährliche Aufführung der Eigenproduktionen beider O2-Kurse bildet einen Höhepunkt theatraler Bildungs- und Gestaltungsarbeitarbeit an unserer Schule. Teilnahme an Wettweberwerben und Schultheatertagen werden ermöglicht. 2015 nahm ein Kurs an den hessischen Schultheatertagen in Schlitz teil. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, die Erfahrungen der letzten Jahre und die Wichtigkeit theatraler Bildung bestärken unser Ziel, die Theaterarbeit am Adolf-Reichwein-Gymnasium weiter auszubauen und zu fördern.

Wie sieht der organisatorische Rahmen aus?

Am Ende de Sekundarstufe I können die Schülerinnen und Schüler zwischen der Belegung der musisch-ästhetischen Fächer Kunst, Musik oder Darstellendem Spiel wählen. In der Abschlussklasse der Sekundarstufe I werden sie durch die Fachkollegen für Kunst, Musik und Darstellendes Spiel auf einer Infoveranstaltung über die Fächer in der Oberstufe informiert. Bei einer durchgängigen Belegung über die sechs Halbjahre in der Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler DS im Abitur als 4. oder 5. Prüfungsfach wählen.
Ab dem Schuljahr 2015/16 wird das Fach Darstellendes Spiel als Wahlunterricht in der Mittelstufe angeboten. Für dieses Fach können Wahlpflichtpunkte gesammelt werden. Die Belegung des Faches in der Mittelstufe ist aber nicht obligatorisch für die Wahl in der Oberstufe.

Was wird unterrichtet?

Ein besonderer Schwerpunkt des Faches Darstellendes Spiel liegt in der Auseinandersetzung und der performativen Arbeit an dem eigenen Körperausdruck, der Stimme und der Bühnenpräsenz. Innerhalb von kreativen Prozessen der Arbeit an kleinen Szenen lernen die Schülerinnen und Schüler weitere theatrale Ausdrucks- und Gestaltungsmittel wie beispielsweise Musik, Licht oder Requisiten als ästhetische Mittel in ihrer Arbeit einzusetzen.
Auch das Kennenlernen und Experimentieren mit besonderen Formen von Theater wie Schatten- und Schwarzlichttheater, Performance-Kunst und Tanztheater ergänzen unsere Theaterarbeit. Ein abschließender integraler Bestandteil unseres Unterrichtens in der gymnasialen Oberstufe bildet die theatertheoretische Auseinandersetzung mit Formen und Inhalten des Phänomens Theater, seiner Genese, der gesellschaftlichen Interdependenzen und seiner Ausdifferenzierung in der Postmoderne. Darüber hinaus gehören verbindliche Theaterexkursionen zum Theaterunterricht der Oberstufe dazu.

Wie sind die Themen in der Oberstufe verteilt?

E1: Körper, Raum und Improvisation

E2: Figuren und Ensemble

Q1/2: Dramaturgie und Inszenierung

Q3/4: Theater-Labor / Moderne Theaterformen

Wie kann eine Abiturprüfung im Fach Darstellendes Spiel aussehen?

Ein Erfahrungsbericht von Laura Kniedel folgt bald.

Welche Theateraufführungen/ Eigenproduktionen haben bereits seit 2012 stattgefunden?

2017 Einfach frei sein?! (Musiktheater-AG)

2017 Sandburg der Perfektion (Q2)

2017 Der kleine Prinz (Q2)

2016 Spiegelverkehrt (Theater-AG)

2016 Die Schutzsuchenden (Q2)

2016 Jana muss bleiben (Musiktheater-AG)

2016 Kill Ill (Q2)

2015 Betraumrufe (Theater-AG)

2015 Peer Gynt (Q2)

2015 Das Millionenspiel (Q2)

2014 Der Besuch der alten Dame (Q2)

2014 Swanface.com (Q2)

2013 Hass im Herzen (Q2)

2013 Momo (E2)

2013 Schulstress, Notendruck und die erste Liebe (Theater-AG)

2012 Reise zum Mars (Theater-AG)