Konzepte

Das Projekt Buchenwald

In jedem Schuljahr besuchen ausgewählte Klassen des Adolf-Reichwein-Gymnasiums im Rahmen des Geschichtsunterrichts die historisch interessante Stätte Buchenwald (bei Weimar) und führen dort eine viertägige Projektarbeit durch, welche in unterschiedlicher Form vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet wird.

Das Unterrichtsprojekt „Buchenwald” ist das Ergebnis einer langjährigen Erfahrung mit mehrtägigen Klassenfahrten nach Weimar, die halbtägige Besuche der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg einschlossen.

Die Fragwürdigkeit solcher Kurzbesuche dieses Ortes wurde den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern nicht zuletzt von Schülerinnen und Schülern verdeutlicht, die Kritik daran übten, dass ein solcher „Schnelldurchlauf” durch das Grauen der nationalsozialistischen Vergangenheit oberflächlich bleiben müsse und der dadurch möglicherweise ausgelöste Schock an einem Vor- oder Nachmittag kaum zu einem tiefer gehenden Verstehen der Ursachen des Geschehens führen und vielleicht sogar bei nicht wenigen Abwehrhaltungen hervorbringen könne.

Daraus zogen mehrere Kolleginnen und Kollegen die Konsequenz, in Zusammenarbeit mit der internationalen Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora ein pädagogisches Konzept für einen mehrtägigen Aufenthalt am Ort des Geschehens selbst zu entwickeln. Nach einer längeren Vorbereitungsphase stimmte die Gesamtkonferenz des Adolf-Reichwein-Gymnasiums im Jahre 2003 schließlich zu, allen zukünftigen Jahrgängen der Einführungsphase bei entsprechender Bereitschaft und Reife einen viertägigen Projektunterricht am Ort selbst anzubieten.

Das Unterrichtsprojekt ist weitgehend handlungsorientiert aufgebaut. Die Arbeit an selbst gestellten Aufgaben in Gruppen ist die wichtigste Arbeitsform.

Dr. Horst Brandl